Wetterstation Rhede

In diesem Blogpost geht es dieses Mal weniger um das Thema Fotografie, auch wenn wieder sehr viele eigene Fotos abgebildet sind. Vielmehr geht es heute um ein Projekt, an dem ich seit einigen Wochen akribisch mit viel Herzblut arbeite. Worum geht es genau? Seit gut 12 Jahren betreibe im westfälischen Rhede eine Wetterstation, die im 24/7 – Betrieb, im Fünfminutentakt Wetterdaten aufzeichnet, softwaretechnisch aufbereitet und zusätzlich gepaart mit unzähligen Zusatzinformationen zum Thema Wetter, auf meiner eigenen Wetterseite anzeigt. Nach all den Jahren hat natürlich der Zahn der Zeit an der Technik genagt. War es am Anfang noch ein Windows 2000 Professional Betriebssystem, das irgendwann von einem Windows XP und später dann von einem Windows 7 abgelöst wurde, so sind wir doch schon seit längerem bei Windows 10 angelangt. Auch die Rechnerarchitekturen haben sich in den letzten Jahren rapide weiterentwickelt. So kann ich mich noch daran erinnern, dass der erste Wetter-Server noch auf einem kleinen, gebrauchten Pentium 4 System lief. Zurzeit wird das System auf einer virtuellen Windows 7 – Maschine, die auf meinem QNAP – NAS werkelt, gehostet.

Die Station selbst wird seit Beginn an bei mir zu Hause betrieben, leider nicht zu 100% nach dem angestrebten DWD – Standard.  Mein Plan war es daher immer schon, eigentlich von Beginn an des Projektes der Wetterstation Rhede im Jahre 2008, irgendwann einmal einen passenden Ort für die Wetterstation ein wenig außerhalb der Stadt zu finden, wo alles zu vollständig nach dem Standard des Deutschen Wetterdienstes aufgebaut und betrieben werden kann.

Was soll ich sagen, Corona sei Dank! Ich habe die Zeit genutzt und mich nach einer passenden Location umgesehen und sie auch gefunden. Mehr noch, ich habe zum Rundumschlag angesetzt. Der Wetter – Server sollte runter von meinem NAS, weg von einer VM, wieder zurück zum Blech.

Also wurde ein aktueller Industrie – PC mit Windows 10 Professional OS und einem leistungsstarken Intel i7 Prozessor mit genügend RAM angeschafft. Auch die Hardware der Wetterstation sollte erneuert und gegen ein professionelles Messwerk ausgetauscht werden. So wurde kurzerhand die TFA Nexus von Dostmann, die aktuell noch brav und relativ zuverlässig ihren Dienst versieht, gegen die wesentlich professionellere Davis Vantage Pro 2 Aktiv ausgetauscht, die bereits in den Startlöchern steht.

Vor einigen Jahren hatte ich zudem im Rahmen der Wetterstation Rhede bereits einen Testbetrieb für den Empfang der polar umlaufen Wettersatelliten der NOAA an den Start gebracht. Da ich die speziellen Antennen die zum Empfang der Wettersatelliten nötig sind leider bei mir zu Hause nicht optimal aufbauen konnte und die Ergebnisse daher nur mager waren, hatte ich diesen Teil des Projektes damals vorerst auf Eis gelegt aber nie ganz ad acta gelegt.

So freue ich mich nun umso mehr, dass die neue Location auch hierfür bestens geeignet sein wird. So wird die Wetterstation Rhede bereits in naher Zukunft, nach dem Umzug in das neue Zuhause und dem Switch auf die neue Hardware um den Empfang der tollen Satellitenbilder der NOAA Wettersatelliten bereichert werden.

Eine weitere, seit langem geplante Neuerung wird die Wetter-Webcam sein, die zunächst im Dreißigsekundentakt aktuelle Wetterbilder auf den Webserver übertragen wird. Dauerhaft wird ein Livestream angestrebt, der allerdings zu Beginn an aufgrund der mageren, digitalen Infrastruktur nicht realisierbar sein wird. Ich muss mich daher zunächst mit einer Anbindung per LTE begnügen, was natürlich eine Limitierung im Datenvolumen aus Kostengründen bedeutet.

Aber bezahlbare 120 Gigabyte pro Monat sind schon mal ein Anfang, für einen Livestream allerdings noch etwas zu wenig. Da die Jungs der Stadtwerke aber fleißig dabei sind, in dieser Region Glasfaser im Boden zu verbuddeln, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis eine sehr schnelle Internetverbindung ohne Volumendeckel vor Ort verfügbar sein wird.

Die Anbindung ans heimische Netzwerk inklusive Microsoft Active Directory, u.a. zur Verrechtung und Authentifizierung, wurde über jeweils eine OPNsense Firewall auf Linux-Basis mit OpenVPN Peer-2-Peer Netzwerk – Tunnel realisiert. Eine Open-Source – Variante, die sehr zuverlässig und sicher funktioniert. Überhaupt fühlt es sich trotz LTE Verbindung und VPN – Tunnel so an, als stünde die ca. 4 Kilometer entfernte Wetterstation im eigenen Haus.

Bis zur endgültigen Umschaltung der alten Wetterstation auf die neue sind es, sofern keine unvorhergesehenen technischen Probleme mehr auf mich zukommen, nur noch wenige Tage. Ich bin gespannt und freue mich darauf …

 

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