Roadtrip durch Frankreich

Nach dem Urlaub ist bekanntlich vor dem Urlaub. Ist unsere Bullitour im Juli diesen Jahres gerade erst Geschichte, mach ich mich schon wieder auf den Weg, einen weiteren kleinen Teil unserer schönen Erde entdecken zu wollen. Wie auch in den vergangenen zwei Jahren, so gönne ich mir auch in diesem Jahr zum Abschluss der Campingsaison im Herbst noch einmal eine kleine Auszeit von ein bis eineinhalb Wochen und breche ganz allein zu einem kleinen Roadtrip im VW Bus auf … Entspannt und spontan reisen, weit rumkommen, viel sehen und fotografieren vor allem die absolute Ruhe & Einsamkeit genießensoll dann wieder das Motto heißen. Der Vorteil der Nebensaison? Ganz klar, keine Staus, keine überfüllten Touristen Hotspots und absolut moderate Preise! Führten mich meine Touren in den letzten beiden Jahren eher in südliche Gefilde, so sollte es in diesem Jahr in die westliche Himmelsrichtung gehen. Seit Langem schon möchte ich den Atlantik entlang reisen und da die Wetteraussichten für diesen Teil Europas gerade zufällig ganz passabel erscheinen, ist der Zeitpunkt doch nahezu perfekt. Und so stand die Route auch recht kurzfristig fest, Normandie, Bretagne, Pays de la Loire, Nouvelle-Aquitaine, Centre – Val de Loire sollten es beim diesjährigen Road Trip werden.

Nachdem ich am Freitagabend noch eine Hochzeit fotografiert habe und so erst spät abends meine Ruhe fand, klingelte bereits knappe vier Stunden später der Wecker, um mich unsanft aus dem viel zu kurzen Schlaf zu reißen und mich daran zu erinnern, doch bitte Abfahrbereitschaft herzustellen. Also schnell einen Kaffee gekocht und unter die Dusche gehüpft und schon konnte ich pünktlich um 5.00 Uhr in der Früh in den bereits fertig gepackten Bulli klettern. Das erste Ziel lautete Étretat in der Normandie. Die knapp siebenhundert Kilometer waren in gemütlichen 8 Stunden geschafft. Das Wetter war perfekt und so ging es auf Erkundungstour, die weltberühmten Felsentore warteten. Dank dem Fahrrad auf dem Heckträger war ich auch vor Ort sehr mobil.

Wer kennt das nicht, man möchte ein Foto machen …. uuuuund …. irgendeiner rennt immer durchs Bild 🙄

Tag zwei meiner Tour führte mich in die Nähe von Saint Malo, nach Pointe du Grouin. Auf dem Weg dorthin standen natürlich der Omaha Beach, das Normandy American Cemetery, sowie die Insel Le Mont-Saint-Michel auf dem Programm.

Am kommenden, dritten Tag sollte sich das Wetter von seiner rauen, wohl eher typisch bretonischen Seite zeigen. Starker Wind zog auf und ein zähes Grau in Grau mit zeitweise leichtem Nieselregen war mein Begleiter an diesem Tag. Das Etappenziel lautete Plage de Corn ar Gazel bei Saint-Pabu.

Am vierten Tag klarte es gaaaanz langsam wieder auf und die Sonne blickte mehr und mehr durch die Wolkendecke. Es ging weiter an der bretonischen Küste entlang, durch Brest und Quimper bis nach Lesconil. Auf dem Weg dorthin machte ich Halt in Saint-Mathieu um den Leuchtturm zu besichtigen.

Am fünften Reisetag landete ich auf der Halbinsel Quiberon.

Natürlich musste ich auch die Miesmuscheln bretonischer Art kosten!

Um das sechste Etappenziel auf der Île de Ré zu erreichen musste ich die mautpflichtige Brücke bei La Rochelle überqueren. Belohnt wurde ich mit einer beeindruckend schönen Landschaft! Besonders gut gefallen hat mir auf dieser kleinen Insel das kleine Hafendörfchen Saint-Martin-de-Ré. Sogar ein Kino gab es im Hafen 😀

Südwestlich von Bordeaux, nahe Arcachon bei Pyla sur mer liegt die gewaltige Wanderdüne Dune du Pilat, wo die Etappe Nummer sieben endete.

Zeit zum Schlemmen & Genießen war natürlich auch vorhanden auf der Tour 🙂

Da das Wetter in den kommenden Tagen umschlagen sollte und reichlich Regen im Gepäck haben würde, wurde es an dieser Stelle doch so langsam Zeit, gaaanz allmählich den Rückweg einzuschlagen … nicht, dass ich wollte oder dass es an nötiger Zeit mangeln würde, vielmehr weil es einfach vernünftig wäre. Die letzten Campingtage im Dauerregen zu verbringen und die komplette Ausrüstung nass und dreckig mit nach Hause zu bringen erschien einfach wenig sinnvoll, zumal auch für die heimischen Gefilde die Regen- und Herbstzeit eingeläutet wurde, somit keine Chance das Campingmaterial trocken und sauber für die Winterzeit einzumotten. So hatte ich alles trocken und sauber „im Sack“ und konnte entspannt den Rückzug antreten … man soll halt gehen, wenn es am schönsten ist. Meine vorletzte Etappe der Herbsttour 2019 führte mich daher am achten Tag an die schöne Loire nach Saumur, wo ich dann schließlich am Sonntag, natürlich nicht, ohne einen Karton köstlichen Loire-Wein eingekauft zu haben, über Paris den Heimweg antrat und spät abends wieder zu Hause eintrudelte.

Und es kam, wie die Wetterpropheten es vorhersagten, knapp neunhundert Kilometer Rückweg im Dauerregen … es gibt wahrhaft Angenehmeres! Zurückblickend kann ich aber sagen, es war ein perfekter und sehr entspannter, dritter Roadtrip allein im Bulli durch Europa, dem im kommenden Jahr sicherlich die Nummer vier folgen wird …

P.S.: Der mitgebrachte Wein ist übrigens ein echter „Linie“ Wein … nicht weil er mit dem Schiff den Äquator überquert hat sondern mit dem Bulli den Nullmeridian (also den Nullten Längengrad bei Greenwich) überquert hat 😉

In der Bulli-Fotokiste lagen übrigens dieses Jahr die Nikon D850 mit diversen Objektiven und Filtern sowie, natürlich wie immer, meine Allzeitdabeikamera, die Fujifilm X100F

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hi,
    danke für die tollen Eindrücke der Reise, klasse Fotos sind das! Die unmittelbare Präsenz, die per VW Bulli an allen möglichen Orten entsteht, macht die Möglichkeiten des Erkundens und Fotografierens irgendwie einfach und luxuriös zugleich. Ich mag´s total, und ich bin auch schon gespannt auf Roadtrip 4! Bei Interesse an Berichten zu Bulli, Reise & Foto durch „meine Brille“ lade ich herzlich ein, einfach mal vorbei zu schauen.
    Ganz herzlich grüßend, Dirk

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